Dominantes Auge

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Das Bogenschiessen ist ein asymetrischer Sport. Ob man ein rechts oder ein links Schütze ist wird durch das dominante Auge bestimmt und nicht ob man Rechts- und Linkshänder ist.


Was hat es mit dem dominanten Auge auf sich ?


Wir Menschen haben zwei Augen. Jedes dieser Augen wirft ein zweidimensionales Bild auf die Netzhaut. Über die Sehnerfven werden Signale zum Gehirn übertragen. Im Gehirn ertellt aus diesen Signalen und seiner abgelegten Erfahrungen eine räumlichen Ansicht. Diese Projektion ist das, wie wir unsere Umwelt warnehmen.
Ein Auge ist mit seiner Gehirnhälfte primär für die Richtung zuständig, dass ist das Dominante Auge. Das andere Auge und die andere Gehirnhälfte ist primär für die Entfernung zuständig.


Was hat das dominanten Auge mit dem Bogenschiessen zu tun ?


Das Auge, das für die Richtung zuständig ist muss so nah wie möglich an den ausgezogenen Pfeil gebracht werden.
Zum Beispiel:

  • das linke Auge ist das dominante
  • dann wird die Sehne, mit dem eingenockten Pfeil, durch die linke Hand ausgezogen und am Gesicht geankert
  • damit man den Bogen ausziehen kann muss man mit der rechten Hand den Bogen halten.

Wenn das rechte Auge dominant ist, dann muss der Bogenschütze sein Stand anders herum aufbauen.

Wie ermittelt man das dominante Auge ?


Das geht am Besten, wenn man beide Arme parallel nach vorne streckt. Die Handgelenke sind etwa in Kinnhöhe. Die Hände werden nach oben abgewinkelt, so das die Finger nach oben zeigen, die Handfläche deutet in die Richtung der ausgestreckten Arme und die Handrücken werden von den Augen betrachtet. Die Daumen werden so abgewinkelt, das sie gegenseitig auf sich deuten.
Man schiebt die Hände jetzt zusammen, so das ein Daumen vor der Handfläche der andern Hand liegt und der andere Daumen auf gleicher Höhe auf dem Handrücken zum liegen kommt.
die Finger beider Hände, beginnend mit den Fingerspitzen, werden nun übereinander gelegt., so das sich ein kleines Loch zwischen den Händen ergibt.
Durch diesem Loch fixiert man ein ein entfernten Punkt, (wichtig) mit beiden Augen. Dieser Punkt soll das Loch ausfüllen.
Nun schließt man z.B. das linke Auge, wenn der Punkt noch im Loch zusehen ist, dann ist das rechte Auge das dominante. Ist dieser Punkt aber nicht mehr zusehen, dann ist das linke Auge halt das dominante. Zur Kontrolle wird das gleiche nun mit dem anderen Auge noch einmal getestet.
Nun wissen wir welches Auge die Zughand bestimmt.

Warum dieser Aufstand mit dem dominierenden Auge?


In den 70ern gab es auf Turnieren immer wieder ein Kopfschütteln oder auch ein Gelächter, weil ein Schütze auf 25m eine gute Passe geschossen hatte z.B 10,10,9. diese Pfeile steckten aber nicht auf seiner Scheibe sonder auf der benachbarten Scheibe. Der Schütze hat nicht bemerkt das er auf die falsche Scheibe geschossen hatte. Was ist hier passiert?
Die meisten Vereine hatten fast nur Rechtshandbögen für die Anfänger. Für einen Anfänger ist es auch egal ob er rechts oder links als Zughand nimmt. (Gerüchte dringen immer wieder an mein Ohr das es auch heute noch Vereine geben soll, bei den der Trainer nichts vom dominieren Auge wissen soll.)
Aber nun mal wieder Spaß bei Seite: Was passiert hier bei so einem Schützen oder einer Schützin? Wie oben beschrieben ist das nicht dominante Auge primär für die Entfernung zuständig natürlich kann es auch die Aufgabe für die Richtung übernehmen. Das heißt aber, das sich die Gehirnhälfte, die für diese Auge zuständig ist , zusätzlich auf diese Arbeit konzentrieren muss, so das sie die Funktion von der andern Hirnhälfte überlagert. Solange man diesen Fokus beibehält wird man auch die richtige Scheibe treffen.
Im Verlauf des Turniers nimmt einmal die Konzentration ab, weil man ermüdet. Gleichzeitig nimmt der Stress zu weil man eventuell nicht die Ergebnisse erreicht dem man für sich erwartet, andere schießen besser .... usw. In dieser Situation übernehmen die Gehirnhälften wieder ihre primären Funktionen um den Ziel besser Ergebnisse zu erreichen mehr Fokus bereitzustellen. Wenn das passiert, dann zielt der Schütze unbwusst mit dem falschen Auge, d.h. er bekommt eine Zielfehler von einer Augenbreite, das ist etwa die Länge des kleinen Fingers. Das er nicht mehr seine Scheibe trifft ist damit wohl klar.
Welche Auswirkung das auf unterschiedliche Entfernungen hat kann jeder mit dem folgenden Test selber mal auf seinem Trainingsplatz oder auch auf einem Parcour selber ausprobieren.
Stellt euch so hin als ob ihr schießen wollte aber ohne Bogen und Pfeil. Die Bogenhand streckt den Daumen nach oben. Der Daumennagel wird mit beiden offenen Augen in das Ziel gebracht.
Als erstes wird das nicht dominiert Auge geschlossen: Der Daumen und das Ziel stimmen immer noch über ein.
Nun öffnen wir wieder beide Augen und schließen das dominante Auge: Der Daumen macht einen Sprung zur Seite. Diesen Versatz würde auch der Pfeil bekommen aber zur anderen Seite.

Warum dieser Aufstand mit dem dominierenden Auge?
Was auf einer gesicherten Bogensportanlage lustig sein kann, das ist gefährdet in einem Feld- oder 3D Turnier eventuell Menschen.
Sicherheit sollten wir bei unserm Sport hoch halten, sonst bestimmen andere die Regeln für unsern Sport.
Ach ja, wenn der Schütze das richtige Auge benutzt, dann hat er eine Fehlerquelle eliminiert, damit werden auch seine Ergebnisse besser werden.